Körperliche und psychische Abhängigkeit

Die körperliche Abhängigkeit entsteht durch eine Gewöhnung des Organismus an den Suchtstoff.

Der Körper/Organismus beginnt zunächst mit der Entgiftung, passt sich infolge dem steigenden Konsum an, der Körper „verträgt“ mehr, was ein großer Irrtum ist, der Körper entwickelt eine Überlebensstrategie.

Um die gleiche Wirkung zu erzielen, muss die Dosis gesteigert werden, bis hin zu unter „normalen“ Umständen tödlich wirkenden Dosierungen. Wir sprechen hier von einer körperlichen Toleranzentwicklung, die für Sucht steht. Körperliche Entzugssymptome entstehen beim Absetzen des Suchtstoffes.

Häufige Entzugserscheinungen sind: Schmerzzustände am ganzen Körper, Schwindelanfälle, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Schweißausbrüche, starkes Zittern, Frieren, bis hin zu einem lebensbedrohlichen Zustand.

Eine Entgiftung sollte nur stationär in einer Klinik durchgeführt werden. Nach einer erfolgreichen Entgiftung baut sich die „Verträglichkeit und Gewöhnung“ an den Suchtstoff wieder ab. Es bleibt die psychische Abhängigkeit.

Oftmals besteht noch gedanklich ein zwanghaftes Verlangen, den Suchtstoff zu konsumieren. Die Gedanken, das eigene Empfinden, die eigene Einstellung und inneres Weltbild haben sich häufig noch nicht verändert.

Der Süchtige ist noch süchtig, ohne den Suchtstoff zu konsumieren. Eine überaus schwierige Übergangsphase, hin zu einer suchtfreien Lebensführung. Die Abhängigkeit ist das Ergebnis eines negativen „Lernprozesses“, eine Ersatzhandlung.

Im therapeutischen Prozess werden neue positive Bewältigungsmuster, die normalerweise dazu beitragen können, Belastungen und unvorhergesehene Ereignisse zu bewältigen und Wohlbefinden zu erzeugen, trainiert.

Der noch psychisch Süchtige erlernt neue, positive Strategien, es erfolgt ein Umdenken. Er lernt für sich gut Sorge tragen zu können und Eigenverantwortung zu übernehmen, er erkennt seine Bedürfnisse und erlernt die Fähigkeit, sich gut abzugrenzen.

Eine gute Selbstwahrnehmung und Selbstvertrauen sowie stabile soziale Bindungen einzugehen, führen zu einem suchtfreien Leben. Die Rückfallprävention ist eine wichtige Arbeitsphase in der Suchttherapie.